Das Gesundheitsamt hatte im Jahr 2005 teilweise besorgniserregende Zahlen zur gesundheitlichen Lage der Kinder im Rhein-Kreis Neuss veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden in verschiedenen politischen Gremien und in der Gesundheitskonferenz umfassend diskutiert und erste Maßnahmen im Anschluss auf den Weg gebracht.
Beispielsweise konnten in größerem Umfang Sprachförderprogramme in Kindertagesstätten etabliert werden.
Um das Thema Kindergesundheit, welches im Rhein-Kreis Neuss ohnehin schon einen hohen Stellenwert genießt, weiter zu fördern, wurde das "Aktionsprogramm Kinder- und Jugendgesundheit - Gesundheitsziele für den Rhein-Kreis Neuss" auf den Weg gebracht.
Nach umfangreichen Vorarbeiten mit Experten aus dem gesamten Kreisgebiet hat die Gesundheitskonferenz dieses Konzept verabschiedet. Anschließend erteilte auch der Kreistag diesem Programm seinen politischen Segen.
Im Jahr 2005 waren im Rhein-Kreis Neuss 14,5 % der Schulanfänger übergewichtig, diese Rate soll bis 2010 auf 13,1% gesenkt werden und bis 2015 auf 11,6 %.
10,8 % der Schulanfänger wiesen im Rhein-Kreis Neuss Bewegungsstörungen auf (Koordination). Koordinationsstörungen bei Schulanfängern sollen bis 2010 auf 8 % reduziert werden. Bis 2015 soll eine Absenkung auf 6 % erfolgen.
Die Anzahl der Schulanfänger mit Sprachdefiziten stieg in den Jahren 2002 bis 2005 alarmierend von 15,3 % auf 27,5 % an. Bis 2010 sollen Sprachdefizite bei Schulanfängern im Rhein-Kreis Neuss auf 12,5 %, bis 2015 auf 6,7 % reduziert werden.
"Harte" Daten zum Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen liegen im Rhein-Kreis Neuss nicht vor. Dieses Defizit sollte durch geeignete Datenerfassung behoben werden. Man muss sich derzeit damit behelfen, bundesweit erhobene Daten auf das Kreisgebiet hochzurechnen: Beispielsweise schwanken Angaben zum durchschnittlichen Raucheinstiegsalter zwischen 11,5 und 13,5 Jahren. Den ersten Rausch erfahren Jugendliche durchschnittlich mit 15,5 Jahren. Die wöchentliche Alkoholaufnahme von 12-15-Jährigen stieg von 14,1 g reinen Alkohols (2001) auf 20,9 g (2004).
Mit sogenannten Zielkonferenzen wird die Geschäftsstelle der Gesundheitskonferenz die Ziele dieses Programmes im Auge behalten.
Dort werden mit den entscheidenden Akteuren zeitgemäße Konzepte vorgestellt und die weitere Umsetzung im Rhein-Kreis Neuss diskutiert und vorangebracht.
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Gesundheitsplanung und -förderung
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